27. Juni 2022

Musik

„Eigentlich brauchen wir Musik auf Rezept“, sagt Stefan Kölsch (Neurowissenschaftler und ausgebildeter Musiker). Musik aktiviert unser Gehirn, sie schafft Emotionen und Entspannungszustände, sie bringt uns zum Träumen und zum Tanzen. Sie weckt verborgene Erinnerungen, schüttet Glückshormone aus und manchmal hält sie sogar am Leben!

Es gibt Alzheimerpatienten, die ihre Kinder nicht mehr erkennen, aber bei einem Weihnachtslied mitsingen. Menschen reagieren auf Musik, das ist altersunabhängig und universell. Kein Land, in dem ein Baby nicht in den Schlaf gesummt wird. Rituelle, heilende und religiöse Gesänge zählen seit Menschen gedenken zu unserer Kultur. Ein Element von Musik ist der Rhythmus. Dieser wird geklatscht, getrommelt oder getanzt. Rhythmus ist auch ein wesentlicher Bestandteil der Sprache. Darum ist Musik für die Kindesentwicklung unentbehrlich! Das andere bedeutsame Element in der Musik ist die Melodie. Sie wird gesungen oder auf einem Instrument gespielt. In der Sprache gibt es die Sprachmelodie. Ohne sie würden wir so monoton klingen, wie ein Roboter.

Singen und Musizieren fördert die Sprache, das Koordinationsvermögen, die Merkfähigkeit, das Erkennen von Strukturen und das Zahlenverständnis. Musikalische Aktivität beugt Demenz vor und hilft bei psychischen Erkrankungen. Musik in Gemeinschaft zu erleben, ob singend im Chor, oder gemeinsam ein Instrument lernend oder in der Fitnessgruppe zu fetziger Musik bewegend, wirkt immer anregend und beglückend. Daher ist Musik therapeutisch äußerst wirksam und ein wichtiger Bestandteil bei uns im Stimmforum.